Published On: 14. September 2026

ifm Razorbacks kämpfen, doch Potsdam beendet die Playoff-Reise

Redaktion
Bericht: ifm Razorbacks Ravensburg
Foto: ifm Razorbacks Ravensburg

Die ifm Razorbacks Ravensburg haben im Viertelfinale der effect® Energy GFL bei den Potsdam Royals eine starke erste Halbzeit gezeigt, mussten sich dem Favoriten am Ende aber mit 21:48 geschlagen geben. Damit endet die Saison 2026 für die Oberschwaben im Viertelfinale.

Die Voraussetzungen für die Ravensburger waren dabei alles andere als optimal. Dass Top-Receiver Anthony Harris Jr. nicht zur Verfügung stehen würde, war bereits vor der Partie klar. Am Spielmorgen folgte dann die nächste Hiobsbotschaft: Auch Henri Moudilou und Jack Enneking konnten nach ihren schweren Knieverletzungen aus dem Spiel gegen Dresden nicht auflaufen. Headcoach John Gilligan musste sein Team damit gegen einen der stärksten Gegner der Liga personell umstellen.

Potsdam startete mit Läufen und Screens in die Partie, doch die Ravensburger Defense war von Beginn an hellwach. Ein schlechter Snap brachte die Royals zusätzlich unter Druck und die Oberschwaben zwangen den Gastgeber zum Punt. In der eigenen Offense fanden die Razorbacks zunächst allerdings noch nicht richtig in ihren Rhythmus. Nach einem Three-and-Out erhielt Potsdam erneut den Ball.

Dieses Mal arbeiteten sich die Royals mit kurzen Pässen über das Feld. Am Ende fand der Ball in den Händen von Milan Spiller die Endzone. Nach einer erfolgreichen Two-Point-Conversion stand es 8:0 für die Gastgeber.

Doch die Ravensburger Offense wurde zunehmend fokussierter. Die Pässe von Broghean McGovern kamen an und die Oberschwaben zeigten, dass sie nicht bereit waren, das Spiel kampflos abzugeben. Bezeichnend dafür war ein ausgespielter vierter Versuch, anstatt den Ball zu punten. Ein Pass auf Tim Müller brachte die Razorbacks bis in die Red Zone. Dort war es William Enneking, der die „Zu-Null-Siegesserie“ der Royals beendete und den Pass zum Touchdown fing. Die anschließende Two-Point-Conversion misslang zwar, doch die Ravensburger waren endgültig im Spiel: 6:8.

Potsdam verschaffte sich anschließend mit einem starken Return eine hervorragende Ausgangsposition. Die Royals spielten schnell und machten deutlich, dass sie die Partie wieder an sich reißen wollten. Doch die Ravensburger Defense hielt dagegen und zwang Potsdam zu einem vierten Versuch. Die Gastgeber spielten ihn aus, scheiterten aber an der Defense der ifm Razorbacks, die das neue First Down verhinderte.

Damit bot sich Ravensburg die Chance, das Spiel zu drehen. Die Offense knüpfte an den starken vorherigen Drive an. Ein tiefer Pass brachte die Razorbacks in die gegnerische Hälfte. Dann allerdings gelang es einem Potsdamer Verteidiger, dem Receiver den Ball aus den Händen zu schlagen und für die Royals zu sichern.

Wenig später nutzte Potsdam den Ballgewinn und lief zum Touchdown. Der PAT war erfolgreich – 15:6. Kurz darauf legten die Royals erneut nach. Ein Pass auf Corey Jeeves brachte weitere Punkte auf das Scoreboard und die Führung wuchs auf 21:6.

Doch die Razorbacks ließen sich davon nicht beirren. Die Oberschwaben setzten weiterhin vor allem auf das Passspiel und McGovern fand seine Receiver immer wieder für Raumgewinne. Überhaupt dominierten die Pässe die Ravensburger Offense, während Läufe nur selten zum Einsatz kamen. Erneut war es William Enneking, der einen Pass von McGovern zum Touchdown fing. Aniel Buße verwandelte den PAT sicher und verkürzte auf 13:21.

Mit noch 2:52 Minuten auf der Uhr verteidigte die Ravensburger Defense jedes Yard. Eine Sekunde vor dem Ende der ersten Halbzeit zwang sie Potsdam zu einem Field-Goal-Versuch, der jedoch misslang. Die ifm Razorbacks gingen damit mit einem durchaus hoffnungsvollen 13:21-Rückstand in die Pause.

Allerdings hatte Ravensburg zu diesem Zeitpunkt bereits einen weiteren Rückschlag verkraften müssen: Tim Müller verletzte sich bei einem Tackle und konnte in der zweiten Hälfte nur noch von der Sideline aus zuschauen.

Nach der Pause erhielten die Razorbacks den Ball und damit die Möglichkeit, unmittelbar wieder Druck auf die Royals auszuüben. Doch wie schon im allerersten Drive fehlte es zunächst an der nötigen Fokussierung. Schnell musste Ravensburg den Ball wieder abgeben und verpasste damit die Chance, den Anschluss herzustellen oder sogar den Ausgleich zu erzwingen.

Potsdam bestrafte diese Unachtsamkeit umgehend. Ein Pass auf Keyshawn Smith brachte den nächsten Touchdown, anschließend verwandelten die Royals auch die Two-Point-Conversion. Aus dem 21:13 wurde 29:13.

Die Razorbacks blieben ihrem Gameplan dennoch treu. Häufig setzte die Offense auf ein Empty Backfield und das Passspiel. Die Potsdamer Defense hatte sich in der Halbzeitpause allerdings auf diese Variante eingestellt. Die Adjustments der Royals zeigten Wirkung und die Gastgeber eroberten den Ball zurück.

Zwar arbeitete sich Potsdam anschließend wieder über das Feld, doch ein sehenswerter Sack von Ben Rashid beendete den Angriff der Royals. In der zweiten Hälfte fehlte der Ravensburger Offense allerdings zunehmend die Leichtigkeit, die sie vor der Pause noch ausgezeichnet hatte. Potsdam gelang es nun, die ifm Razorbacks früh zu stoppen und die Anpassungen aus der Halbzeitpause trugen Früchte.

Auf der anderen Seite brachten die Royals den Ball auch dann weiter nach vorne, wenn nicht jeder Spielzug gelang. Ein Pass auf Milan Spiller führte zum nächsten Touchdown. Die anschließende Two-Point-Conversion war ebenfalls erfolgreich – 37:13.

Kurz darauf folgte der nächste Rückschlag für die Oberschwaben: Ryan Minniti fing einen Pass ab und trug die Interception zum Pick-Six in die Endzone. Nach der erneut erfolgreichen Two-Point-Conversion stand es bereits 45:13.

Das Spiel schien damit entschieden. Doch die Razorbacks zeigten noch einmal eindrucksvoll, dass sie sich nicht aufgeben würden. Alex Mashak fing einen Pass der Royals ab und trug die Interception weit über das Feld zurück. Die Ravensburger Offense nutzte die hervorragende Ausgangsposition und McGovern fand Aidan Enneking mit einem Two-Point-Pass in der Endzone. Damit verkürzten die Oberschwaben auf 21:45.

Das gab den ifm Razorbacks noch einmal zusätzliche Motivation. Ravensburg versuchte anschließend mit einem Onside Kick den Ball zurückzuerobern, um doch noch einmal in Schlagdistanz zu kommen. Die Royals sicherten den Ball jedoch.

Ein weiterer Touchdown blieb den Gastgebern zwar verwehrt, ein Field Goal brachte Potsdam aber drei weitere Punkte zum 48:21. Anschließend kontrollierten die Royals mit ihrem starken Laufspiel die Uhr und brachten die Partie sicher zu Ende.

Damit blieb die große Überraschung in Potsdam aus. Dennoch haben die ifm Razorbacks gezeigt, dass die Potsdamer Defense keineswegs unbezwingbar ist. Während die Royals in der regulären Saison durchschnittlich nur 6,5 Punkte pro Spiel zugelassen hatten, gelang es den Oberschwaben, gleich dreimal die Endzone der Gastgeber zu erreichen.

Für die ifm Razorbacks endet damit eine lange und intensive Saison 2026. Nach dem engen Kampf um Platz zwei in der GFL Süd hatten sich die Oberschwaben verdient für die Playoffs qualifiziert und standen im Viertelfinale. Gegen einen der großen Favoriten der Liga war am Ende nichts zu holen – dennoch kann das Team auf eine Saison zurückblicken, in der es sich erneut in der deutschen Spitze behauptet hat.

Jetzt geht es für die ifm Razorbacks in die Off-Season. Das Team bedankt sich bei allen Fans, der gesamten Razorbacks-Family sowie bei allen Helferinnen und Helfern, die die Mannschaft auch in dieser Saison unterstützt haben. 2027 werden die ifm Razorbacks wieder nach dem Südtitel greifen. Und dann soll im TeleData-Stadion wieder möglichst oft ertönen: „Touchdown ifm Razorbacks!“

Scores RR vs. PR
(6:8; 7:13; 0:16; 8:11)

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