Published On: 10. August 2026

Hildesheim schlägt die Braunschweig Lions mit 50:15, verbessert seine Bilanz auf 6:2 und erreicht vorzeitig die Playoffs

Redaktion
Bericht: Johannes Krupp
Foto: Finn Schlüter

Hildesheim. Die Hildesheim Invaders haben das Niedersachsen-Derby gegen die Braunschweig Lions eindrucksvoll für sich entschieden und vorzeitig die Playoffs erreicht. Vor 2983 Zuschauern gewannen die Gastgeber an einem warmen Samstagabend im Friedrich-Ebert-Stadion mit 50:15 (0:0/15:7/21:8/14:0). Beim ersten Flutlichtspiel der Invaders in dieser Spielstätte erlebten die Fans eine intensive, von zahlreichen Strafen geprägte Begegnung. Nach einem ausgeglichenen Auftakt übernahm Hildesheim zunehmend die Kontrolle und verbesserte seine Saisonbilanz auf sechs Siege bei zwei Niederlagen.

Nur einen Tag nach dem Olympia-Camp bot das Friedrich-Ebert-Stadion eine außergewöhnliche Kulisse. Flutlicht, eine nahezu voll besetzte Tribüne und lautstarke Unterstützung von den Rängen verliehen dem traditionsreichen Duell einen besonderen Rahmen. Während die Atmosphäre außerhalb des Feldes friedlich blieb, ging es zwischen den Mannschaften von Beginn an intensiv zur Sache. Zahlreiche Flaggen, darunter mehrere persönliche Fouls, unterbrachen immer wieder den Spielfluss. Insgesamt wurden gegen Hildesheim elf Strafen für 122 Yards ausgesprochen, gegen Braunschweig neun für 94 Yards.

„Das Derby zu gewinnen, ist etwas Besonderes. Die Spieler haben viel Arbeit in dieses Spiel gesteckt und waren sehr fokussiert“, sagte Invaders-Headcoach Marcus Herford. „Braunschweig ist ein traditionsreiches Programm und hat uns besonders zu Beginn sehr viel abverlangt. Beim ersten Spiel gegen die Lions hatten wir gewonnen, aber trotzdem nicht unsere beste Leistung gezeigt. Deshalb war es uns wichtig, diesmal über vier Viertel eine deutlich bessere Leistung abzurufen.“

Umkämpftes erstes Viertel

Beide Mannschaften benötigten zunächst einige Zeit, um offensiv in die Partie zu finden. Die Defensivreihen bestimmten das Geschehen, während Strafen auf beiden Seiten einen geregelten Rhythmus verhinderten. Braunschweig erhielt kurz vor dem Ende des ersten Viertels die erste Gelegenheit, Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Der Field-Goal-Versuch von Mark Peschelt wurde jedoch von den Invaders geblockt. Somit ging es torlos mit 0:0 in den zweiten Spielabschnitt.

Invaders gehen mit 15:7 in Führung

Im zweiten Viertel fand die Hildesheimer Offense zunehmend ihren Rhythmus. Quarterback Nelson Hughes III führte sein Team über das Feld und vollendete den ersten erfolgreichen Drive selbst. Aus drei Yards lief der Spielmacher zum ersten Touchdown des Abends in die Endzone. Tristian Eikenberg verwandelte den Extrapunkt zur 7:0-Führung.

Die Lions zeigten sich davon unbeeindruckt und antworteten. Quarterback Ryon Thomas brachte die Gäste mit einem Zwei-Yard-Lauf in die Endzone zurück ins Spiel. Mark Peschelt traf den anschließenden Extrapunkt und stellte damit den 7:7-Ausgleich her.

Noch vor der Pause schlugen die Invaders erneut zu. Hughes fand Paul Terjung mit einem Touchdownpass. Durch die anschließend erfolgreiche Two-Point-Conversion erhöhten die Gastgeber auf 15:7. Mit diesem Vorsprung verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Halbzeitpause.

Hildesheim zieht nach der Pause davon

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Invaders endgültig die Kontrolle. Die Offensive agierte nun wesentlich zielstrebiger, während die Hildesheimer Defense den Handlungsspielraum der Lions immer stärker einschränkte. Nelson Hughes III bediente Paul Terjung zu einem weiteren Touchdown. Tristian Eikenberg verwandelte den Extrapunkt und baute die Führung auf 22:7 aus.

Braunschweig stemmte sich gegen die drohende Vorentscheidung. Ryon Thomas bewies erneut seine Qualitäten als Läufer und erreichte nach einem 18-Yard-Lauf zum zweiten Mal die Endzone. Auch die anschließende Two-Point-Conversion gelang, sodass die Lions noch einmal auf 22:15 verkürzten.

Die Invaders ließen sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und antworteten mit zwei schnellen Touchdowns. Zunächst verband sich Hughes über 54 Yards mit Terjung. Der Wide Receiver löste sich von seinen Gegenspielern und trug den Ball bis in die Endzone. Eikenberg erhöhte per Extrapunkt auf 29:15.

Noch vor dem Ende des dritten Viertels fanden Hughes und Terjung erneut zusammen. Dieses Mal überbrückte das Duo elf Yards zum Touchdown. Auch der nächste Extrapunkt Eikenbergs war erfolgreich. Mit einer deutlichen 36:15-Führung gingen die Invaders in den Schlussabschnitt.

Invaders setzen den Schlusspunkt

Im vierten Viertel ließen die Gastgeber nichts mehr anbrennen. Die Defense hielt Braunschweig ohne weitere Punkte, während Hildesheim offensiv konsequent blieb. Hughes warf seinen vierten Touchdownpass des Abends und fand Lennart Stukenborg über sechs Yards in der Endzone. Eikenberg verwandelte erneut sicher zum 43:15.

Den Schlusspunkt setzte Matti Probst. Der vielseitig einsetzbare Offensivspieler arbeitete sich aus einem Yard über die Goalline und erzielte den siebten Hildesheimer Touchdown der Partie. Eikenbergs sechster erfolgreicher Extrapunkt besiegelte den 50:15-Endstand.

Statistisch unterstrichen die Invaders ihre Überlegenheit mit 448 Yards Raumgewinn gegenüber 227 Yards der Lions. Hildesheim kam auf 241 Passing- und 207 Rushing-Yards und erzielte bei 51 Spielzügen durchschnittlich 8,8 Yards. Hughes brachte 14 seiner 18 Pässe für 241 Yards und vier Touchdowns an den Mann. Die Hildesheimer Defense erzwang zwei Ballverluste, verbuchte sechs Sacks und fing einen Pass ab.

Trotz der deutlichen Niederlage gaben sich die Lions nie auf. Besonders Quarterback Ryon Thomas stellte die Invaders-Defense mit seinen Läufen wiederholt vor Aufgaben und erzielte beide Braunschweiger Touchdowns. Insgesamt hielt Hildesheim den deutschen Rekordmeister jedoch bei 95 Passing-Yards und ließ nach dem dritten Viertel keine weiteren Punkte mehr zu.

„Wir haben nach dem ersten Viertel gute Antworten gefunden und in der zweiten Halbzeit sehr konsequent gespielt“, bilanzierte Herford. „Gleichzeitig haben wir mit den vielen Strafen Dinge gesehen, die wir dringend korrigieren müssen. Gegen die kommenden Gegner können wir uns solche Fehler nicht erlauben. Ich bin stolz auf die Mannschaft, aber wir wissen auch, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.“

Auch abseits des Feldes zeigte sich die besondere Verbindung zwischen den beiden niedersächsischen Football-Standorten. Johannes Krupp, Vorstand der Hildesheim Invaders, bedankte sich ausdrücklich bei den Braunschweig Lions und deren Vorstand Holger Fricke für die kurzfristige Unterstützung. „Wir hatten massive Internetprobleme, und unsere Techniker rund um Audio Coop haben einen Bombenjob gemacht“, sagte Krupp. Als schließlich auch an der Kasse die Verbindung streikte, stellte der Lions-Vorstand kurzerhand einen Router zur Verfügung. „Das ist wirklich supernett. Das Passwort kannten wir ja bereits“, ergänzte Krupp augenzwinkernd.

Mit dem zweiten Derbysieg dieser Saison festigen die Invaders den dritten Tabellenplatz und verbessern ihre Bilanz auf 6:2. Damit steht Hildesheim vorzeitig als Teilnehmer der Playoffs fest. Nach dem knappen 31:27 im Hinspiel entschieden die Invaders auch den direkten Vergleich deutlich für sich. Weiter geht es am kommenden Sonntag mit der anspruchsvollen Auswärtsaufgabe bei den Dresden Monarchs. Kickoff ist um 15 Uhr.

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