Süd-Kracher in der KRAMSKI-Arena
Bericht: Robert Naumann
Foto: Jürgen Keller
PFORZHEIM. Hochspannung in der Goldstadt: Am kommenden Samstag steht für die Pforzheim Wilddogs bereits das vierte Saisonspiel auf dem Programm. In der heimischen KRAMSKI-Arena kommt es dabei zum zweiten Heimspiel der laufenden Spielzeit – und das hat es absolut in sich. Zu Gast ist kein Geringerer als der amtierende Südmeister, die ifm Ravensburg Razorbacks. Für die Pforzheimer ist es ein echter Härtetest und ein erster, ungeschminkter Gradmesser für die eigenen Ambitionen in der höchsten deutschen Spielklasse, der effect®-ENERGY GFL. Während die Wilddogs bereits drei Partien in den Knochen haben, reisen die Gäste zu ihrem erst dritten Saisonspiel an.
Ein Duell der Tabellennachbarn mit hoher Brisanz
Die Ausgangslage vor diesem Spitzenspiel der GFL Süd könnte kaum packender sein. Die Pforzheim Wilddogs sind mit einer soliden Bilanz von zwei Siegen und nur einer Niederlage stark in die Saison gestartet und belegen aktuell einen hervorragenden dritten Tabellenplatz. Direkt davor rangieren die noch ungeschlagenen Razorbacks (2-0 Siege) auf Platz zwei, dicht hinter den Schwäbisch Hall Unicorns. Während die Gäste ihre bisherigen zwei Aufgaben mehr als deutlich lösen konnten und ihre Vormachtstellung im Süden untermauert haben, mussten die Wilddogs bereits hart für ihre Erfolge arbeiten. Genau diese zusätzliche Spielpraxis und der Rhythmus aus drei harten Partien könnten nun der entscheidende Faktor sein, um dem Favoriten auf eigenem Rasen ein Bein zu stellen.
Schwerer Schlag für die Wilddogs-Verteidigung
Die taktische Hauptaufgabe für die Goldstadt-Footballer liegt glasklar auf der defensiven Seite des Balls: Die High-Scoring Offense der Oberschwaben muss zwingend kontrolliert und unter Druck gesetzt werden. Keine leichte Aufgabe, denn die Wilddogs müssen einen herben personellen Rückschlag verkraften. Defensive End Michael Gilmour verletzte sich im vergangenen Spiel gegen die Straubing Spiders unglücklich und wird für den Kracher am Wochenende definitiv ausfallen. Damit ruht ein enormes Maß an Verantwortung auf den Schultern der restlichen Defense-Line. Das primäre Ziel wird es sein, den brandgefährlichen Ravensburger Quarterback Broghan McGoverns konsequent zu attackieren und ihm die Zeit für tiefe Pässe zu nehmen. Gleichzeitig gilt es, dem physisch starken Runningback Lennis McFerren sowie dem pfeilschnellen Receiver Anthony Harris von Beginn an den Raum zur Entfaltung zu nehmen. Eine Mammutaufgabe, die nur über eine geschlossene und disziplinierte Teamleistung gelöst werden kann.
Die Stunde der Offensive Line
Doch die Wilddogs verstecken sich keineswegs. Um gegen den amtierenden Champion zu bestehen, wird vor allem die eigene Offensive Line im Rampenlicht stehen. Mit Ben Rashid wartet aufseiten der Razorbacks einer der dominantesten und gefürchtetsten Defensivspieler der gesamten Liga auf die Pforzheimer Angriffsreihe. Hier wird von der O-Line der Wilddogs von der ersten Sekunde an absolute Schwerstarbeit gefordert sein. Angeführt von Ersatz-Center Xavier Ventkataya muss die Unit an die hervorragende und physisch dominante Arbeit aus dem Spiders-Spiel anknüpfen. Wenn es gelingt, die Line stabil zu halten und eine saubere „Pocket“ zu kreieren, hat Wilddogs-Quarterback Dre Harris die nötige Zeit, um seine brandgefährlichen und spielfreudigen Receiver gewinnbringend in Szene zu setzen.
Besonderes Augenmerk lag in der Trainingswoche auf der Effizienz in der sogenannten Redzone. In den vergangenen Partien ließen die Wilddogs in der Nähe der gegnerischen Endzone offensiv immer wieder etwas unglücklich Punkte liegen. Gegen ein Top-Team wie Ravensburg darf man sich diese Nachlässigkeiten nicht erlauben. Entsprechend wird hier auch im Playcalling nachjustiert.
Der erste echte Gradmesser
Trotz der Außenseiterrolle herrscht im Lager der Wilddogs eine spürbare, fokussierte Vorfreude. Man weiß um die eigenen Stärken und die Magie der eigenen Kulisse beim zweiten Heimauftritt der Saison. Headcoach Michael Lang blickt der Herausforderung mit viel Respekt, aber auch mit großem Selbstbewusstsein entgegen: „Ravensburg ist das Team to beat im Süden. Die Ambitionen der Mannschaft sind groß. Aber auch wir haben Ambitionen, und daher ist diese Begegnung der erste echte Gradmesser für unsere eigenen Ziele. Es wird ein hartes und spannendes Spiel.“
Das Duell verspricht somit nicht nur hochklassigen Football, sondern könnte bereits eine kleine Vorentscheidung über den weiteren Weg in der GFL Süd bringen. Die Wilddogs sind bereit, dem Meister die Stirn zu bieten und mit den eigenen Fans im Rücken über sich hinauszuwachsen. Tickets für das Spitzenduell am Samstag gibt es unter wilddogs.de/gameday/tickets, Kick-Off ist um 16:00 Uhr, Pre-Party startet um 14:00 Uhr.






