Starker Start, bitteres Ende: Farmers verlieren beim Meister
Bericht: Fighting Farmers Montabaur
Foto: Lena Brüngel
Es war ein Saisonfinale, das so schnell wohl niemand vergessen wird – allerdings nicht wegen des Ergebnisses. Zwei Gewitterunterbrechungen, eine längere Verletzungspause und ein Spiel, das sich immer wieder neu sortieren musste, machten die Partie bei den Wiesbaden Phantoms zu einem außergewöhnlich langen Football-Abend. Am Ende mussten sich die Fighting Farmers Montabaur dem bereits feststehenden Meister der GFL2 Süd mit 25:34 geschlagen geben.
Dabei hatte zunächst vieles nach einem gelungenen Saisonabschluss für die Farmers ausgesehen. Schon beim ersten Spielzug setzte Damon Burton ein Ausrufezeichen und trug den Kickoff über 50 Yards bis an die 36-Yard-Linie der Phantoms zurück. Bitter: Burton verletzte sich bei der Aktion und konnte anschließend nicht weiterspielen.
Montabaur ließ sich davon zunächst nicht aus dem Rhythmus bringen. Jamel Hedhli brachte die ersten Punkte mit einem 40-Yard-Fieldgoal auf die Anzeigetafel. Direkt im nächsten Spielzug der Wiesbadener Offense fälschte die Farmers-Defense einen Pass ab, Jeremy Jenkins fing den Ball zur Interception.
Die gute Feldposition nutzte Montabaur konsequent. Quarterback Jannik Wagner fand Spencer Corona mit einem 25-Yard-Pass zum ersten Touchdown der Partie. Hedhli verwandelte den Zusatzpunkt – 10:0 für die Farmers. Auch im zweiten Viertel blieb Montabaur zunächst das bessere Team. Hedhli erhöhte mit einem weiteren Fieldgoal auf 13:0.
„Wir sind auf beiden Seiten des Balles richtig gut in das Spiel gekommen“, sagte Sportdirektor Kevin Brüngel. „Bei der 13:0-Führung hatten wir die Partie im Grunde im Griff. Wir waren konzentriert, haben unsere Chancen genutzt und genau den Football gespielt, den wir uns vorgenommen hatten.“
Dann begann eine Partie, die immer wieder aus ihrem normalen Rhythmus gerissen wurde. Zwei Gewitterunterbrechungen sorgten für lange Pausen, hinzu kam eine längere verletzungsbedingte Unterbrechung. Wiesbaden fand nach und nach besser ins Spiel und verkürzte noch vor der Pause mit Touchdown und Extrapunkt auf 7:13.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Die Phantoms erzielten zunächst den Touchdown zum 13:13, der Zusatzpunkt ging links vorbei. Wenig später legte der Meister nach und ging erstmals mit 20:13 in Führung.
„Das war vermutlich das längste Spiel, das ich bisher miterlebt habe“, sagte Brüngel. „Die beiden Gewitterunterbrechungen und die lange Verletzungspause haben uns aus dem Fluss gebracht. Danach haben wir den Rhythmus, den wir zu Beginn hatten, in der gesamten zweiten Hälfte nicht mehr richtig gefunden.“
Wiesbaden nutzte diese Phase konsequent und erhöhte im Schlussviertel mit einem weiteren Touchdown samt Extrapunkt auf 27:13. Doch die Farmers gaben sich nicht geschlagen. Montabaur griff tief in die Trickkiste: Jeremiah Bryant brachte einen Pass auf Spencer Corona an, der zum Touchdown vollendete. Der anschließende Extrapunkt ging vorbei, die Farmers verkürzten auf 19:27.
Noch einmal war die Partie offen – doch gleichzeitig machte sich Montabaur das Leben immer wieder selbst schwer. „Wir hatten zu viele Strafen und zu viele Undiszipliniertheiten in unserem Spiel“, kritisierte Brüngel. „Gegen eine gute Mannschaft wie Wiesbaden wird das irgendwann bestraft.“
Die Phantoms legten noch einmal nach und zogen auf 34:19 davon. Aber auch darauf hatten die Farmers eine Antwort. Dieses Mal wurde Spencer Corona selbst zum Passgeber und fand Jamel Hedhli zum Touchdown. Der Versuch einer Two-Point-Conversion blieb erfolglos – 25:34. Mehr sollte an diesem langen Abend nicht mehr gelingen.
„Da wäre definitiv mehr drin gewesen“, sagte Brüngel. „Aber wenn du nicht über vier Quarter deinen besten Football spielst und dazu die nötige Disziplin vermissen lässt, dann verlierst du gegen so einen Gegner am Ende verdient.“
So endete eine Partie, in der die Farmers dem Meister insbesondere in der Anfangsphase deutlich zeigten, dass sie auch mit dem besten Team der Liga mithalten können. Die 13:0-Führung war Ausdruck eines starken Starts, doch die zahlreichen Unterbrechungen, fehlender Rhythmus in der zweiten Hälfte und eigene Fehler verhinderten den erhofften Schlusspunkt.
Mit der Niederlage endet für die Fighting Farmers Montabaur eine wechselhafte Saison in der GFL2 Süd. Nach schwierigen Wochen hatte sich das Team zuletzt mit Siegen in Gießen und gegen Biberach zurückgemeldet. Beim Meister blieb der ganz große Abschluss zwar aus – doch auch in Wiesbaden zeigte Montabaur phasenweise noch einmal, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.


