Published On: 31. Mai 2026

Sensation in der KRAMSKI-Arena: Wilddogs entzaubern den Favoriten

Redaktion
Bericht: Robert Naumann
Foto: Sebastian Just

Das effect®-ENERGY GFL Team der Pforzheim Wilddogs hat am vierten Spieltag der Saison ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Vor heimischer Kulisse bezwangen die Goldstadt-Footballer den Süd- Favoriten, die ifm Ravensburg Razorbacks, überraschend deutlich mit 28:10. Getragen von einer überragenden Defensivleistung und eiskalter Effizienz in den entscheidenden Momenten feierten die Wilddogs einen historischen Heimsieg in der GFL und klettern damit auf den zweiten Tabellenplatz.

Defensiver Abnutzungskampf im ersten Viertel

Von Beginn an war den Hausherren der Respekt vor dem favorisierten Gast aus Ravensburg anzumerken, doch der unbedingte Wille war spürbar. Die Razorbacks starteten mit ihrer Offense und verbuchten direkt ein First Down durch einen Lauf ihres Quarterbacks, mussten sich danach jedoch schnell vom Ball trennen und das Feld verlassen. Die Pforzheimer Offense tat sich im Gegenzug anfangs ebenfalls schwer; ein unvollständiger Pass und ein etwas zu kurzer Versuch führten zu einem schnellen Punt.

Ravensburg bewies im Anschluss Mut und verwandelte einen riskanten vierten Versuch bei noch acht zu gehenden Yards. Begünstigt durch bittere Strafen aufseiten der Wilddogs arbeiteten sich die Gäste bis an die 2-Yard-Linie vor. Doch hier zeigte die Pforzheimer Defense erstmals ihre Zähne: Sie nagelte die gegnerische Angriffsreihe fest und zwang die Razorbacks zu einem Field Goal, das die 0:3- Gästeführung brachte. Das war der Weckruf für die Wilddogs.

Spektakuläre Flugeinlagen und Big Plays vor der Pause

Im zweiten Spielviertel stabilisierte sich der Pforzheimer Angriff merklich. Für das erste große Highlight des Tages sorgte Theo Michel: Bei einem kritischen vierten Versuch setzte er zu einem spektakulären Sprung über die Mitte der gegnerischen Line an, holte das First Down und ließ das Stadion beben. Wenige Spielzüge später belohnte Michel seinen Einsatz selbst und tankte sich zum ersten Touchdown durch. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt durch Hirschberger stand es 7:3.

Ein Wechselfehler beim Punt hielt die Razorbacks kurz darauf unfreiwillig im Spiel, und erneute Strafen brachten die Gäste wieder bis an die Pforzheimer 2-Yard-Linie. Beim vierten Versuch und nur noch einem verbleibenden Yard hielt die Wilddogs-Verteidigung dem enormen Druck jedoch stand – Turnover on Downs! Beflügelt von diesem Erfolg drehte die Offense auf. Nach mächtigen Läufen von Theo Michel bis an die 1-Yard-Linie bediente Quarterback Dre Harris seinen Receiver Andy Lehmann mit einem präzisen Pass in der Endzone. Mit einem verdienten 14:3 ging es in die Kabinen.

Hitzeschlacht und taktische Finesse

Die zweite Halbzeit begann zäh. Bei drückenden Temperaturen auf dem Rasen der KRAMSKI-Arena schlichen sich zunächst Fehler in das Pforzheimer Angriffsspiel ein. In dieser Phase war es die pure Athletik von Quarterback Dre Harris, die gebrochene Spielzüge rettete und den Drive am Leben hielt. Die Wilddogs etablierten nun erfolgreich das Laufspiel, um die Uhr zu kontrollieren. Schöne Pässe auf Luca Faschian brachten die Offense ins Rollen, auch wenn ein Field-Goal-Versuch kurz darauf links am Gestänge vorbeiging. Da die bärenstarke Wilddogs-Defense den Ravensburgern jedoch absolut keinen Raum zum Atmen ließ und einen Punt nach dem anderen erzwang, blieb die Führung ungefährdet.

Im finalen Spielviertel kontrollierten die Hausherren das Geschehen komplett. Ein perfekt getimter Touchdown-Pass auf Luca Faschian schraubte das Ergebnis auf 21:3 hoch (XP gut). Zwar zeigten die Razorbacks noch einmal ihre Klasse und verkürzten durch einen sehenswerten Drive von William Enneking samt Extrapunkt von Aniel Buße auf 21:10, doch die Wilddogs ließen sich nicht beirren. Die Antwort folgte prompt: Nach einem tiefen Big Play auf Luca Hirschberger stand Pforzheim erneut an der 1-Yard-Linie, von wo aus Dre Harris tiefenentspannt selbst zum 28:10-Endstand in die Endzone spazierte. Die verbleibenden dreieinhalb Minuten verwaltete die Defense gewohnt souverän, ehe die Wilddogs die Uhr per Abknieen auslaufen ließen.

Stimmen zum Spiel und Ausblick

Headcoach Michael Lang zeigte sich nach dem Abpfiff sichtlich stolz auf die Leistung seiner Mannschaft: „Unser Gameplan ist aufgegangen. Es gab zwar noch ein paar kleine Themen, wie das verschossene Field Goal, aber im Großen und Ganzen bin ich mit dem Ergebnis hochzufrieden. Die Vorbereitung hat super funktioniert.“

Durch diesen grandiosen Heimerfolg springen die Pforzheim Wilddogs sensationell auf den zweiten Tabellenplatz der GFL Süd, da die Schwäbisch Hall Unicorns parallel in Berlin ebenfalls siegreich waren. Nach dieser intensiven Hitzeschlacht verabschiedet sich das Team nun in eine wohlverdiente spielfreie Woche, um die Akkus wieder aufzuladen.

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