Published On: 15. März 2026

Neuland für die Phantoms-Cheerleader – Maren Ewert und Sean Rawlins sind erstes Stunt-Paar – und wollen direkt zur EM

Redaktion
Bericht: Michael Wiegand (Wiesbaden Phantons)
Foto: Wiesbaden Phantoms

Eigentlich war alles Zufall. Als der US-Amerikaner Sean Rawlins im April vergangenen Jahres nach Deutschland zog, suchte er ein Cheerleader-Team und wurde bei den Wiesbaden Phantoms fündig. „Ich bin spontan ins Training der Phantoms gegangen – das war direkt vor der deutschen Meisterschaft“, erzählt der 30-Jährige heute. „Und fragte mich einfach ,Ey, willst Du mal auf meinen Händen stehen?'“, fügt Maren Ewert lachend hinzu.
Die 19-Jährige, mit 1,52 Metern Größe prädestiniert zum „Auf den Händen-Stehen“, sagte zu und fand im 26 Zentimeter größeren Rawlins nicht nur einen Trainingspartner, sondern auch erfahrenen Coach, der sie seither im One-manning, dem Partner-Stunt, unterweist. „Ich habe wirklich eine Leidenschaft dafür entwickelt“, meint Ewert, die nun am Sonntag, 22. März, in Marburg gemeinsam mit Sean Rawlins bei den Landesmeisterschaften der Cheerleader antreten wird.
Was in den USA nichts Außergewöhnliches ist, ist in Hessen tatsächlich einzigartig. „Leider sind wir das einzige Stunt-Paar hier und entsprechend bei Antritt bei den Landesmeisterschaften direkt schon Gewinner“, erklärt Rawlins. „Ziel ist es daher, die nötige Punktzahl für die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft zu erreichen. Da warten acht andere Paare auf uns, mit denen wir uns messen können.“
Die Messlatte legen die beiden Wiesbadener, die am 22. März als „Phantastics Maren und Sean“ mit der Startnummer 20 in Marburg auf die Matte gehen, so hoch es geht: „Auch wenn wir das Paar sind, das bisher am kürzesten zusammen trainiert, hoffen wir, den deutschen Meistertitel zu holen.“ Tatsächlich trainieren Rawlins und Ewert erst seit Mai vergangenen Jahres…
Aber warum eigentlich nicht? „Sean hat 2013 in den USA an der High School mit Cheerleading angefangen und war auch an der Universität ein Jahr lang Cheerleader“, erzählt seine Stuntpartnerin. Danach sei der US-Amerikaner sieben Jahre lang als Coach tätig gewesen, führt er selbst weiter aus. Nach einigen Jahren ohne Cheerleading sei die Lust darauf in Deutschland zurückgekommen. Auf Elite-Level habe er nun mit Maren Ewert neue Stunts erlernt.
Ewert wiederum ging unerfahren in das Abenteuer „Partner-Stunt“: „Ich hatte keinerlei Wissen oder Übung davor“, verrät die 19-Jährige. „Aber das Training mit ihm hat mich generell zu einem besseren Flyer gemacht“, betont die amtierende Europameisterin, die mit den „Phantastics“ der Phantoms im Dezember zudem WM-Silber in Japan gewann. „Sean hat mich wirklich extrem schnell vom Anfänger-Level soweit gebracht, dass wir zusammen Elite-Stunts durchführen können.“
Mit lediglich zehn Monaten Training geht es also direkt auf die große Bühne der Landesmeisterschaft. „Tatsächlich ist das Training zu zweit viel effektiver, da nur zwei Personen überhaupt im Training sein müssen. Die Übungseinheiten müssen nicht auf eine ganze Gruppe ausgelegt werden. Man muss nicht auf andere Cheerleader und Stunts in der Gruppe achten, sondern kann sich während der Routine komplett auf sich selbst konzentrieren. Es ist einfach die eigene Routine“, erklärt Ewert. Die „Gruppe“ bestehe schlichtweg aus nur einem Flyer und einer Base. „Das ist absolut reizvoll!“
Dass die beiden Phantoms-Cheerleader ambitioniert sind, zeigt ein nicht gerade kleines Detail ihrer Vorbereitung. Ewert und Rawlins studieren nicht etwa nur eine Routine ein, sondern zwei. „Wir arbeiten tatsächlich an zwei Routinen. Eine für die Landesmeisterschaft – einfach, weil wir keinerlei gemeinsame Erfahrung als Stunt-Paar haben – und eine für die deutsche Meisterschaft, die komplexer und schwieriger ist.“ Die leichtere Routine orientiere sich an dem, was das Wiesbadener Paar bei der deutschen Meisterschaft 2025 gesehen habe, „um zu wissen, was dazu nötig ist, sich für Bundesebene zu qualifizieren“.
Maren Ewert und Sean Rawlins sind in ihrer Vorbereitung jedoch nicht alleine. „Wir haben ein fantastisches Team, das uns supportet. Wir sind vor allem aber den beiden Coaches Gina Klinkhammer und Miriam Koc dankbar. Sie helfen bei der Musik, dem Timing und Spotting unserer Routine.“ Zudem habe das Paar das Glück, auf die Expertise externer Coaches zurückgreifen zu können. „Das betreiben wir so intensiv, dass aus der Zusammenarbeit bereits Freundschaften entstanden sind“, berichten beide.
Das Stunt-Paar, bei den Phantoms eine Premiere, trainiert drei- bis fünfmal pro Woche. „Wir richten uns zunächst nach dem Training der Phantoms-Cheerleader und schauen dann, wie es zeitlich passt.“ Warm-ups und Stretching folgt das Einstudieren der einzelnen Stunts der Routine, die gemeinsam durchgegangen werden. „Im Gegensatz zur zweieinhalb Minuten langen Routine einer Gruppe, die im Training entsprechend auch Pyramiden, Sprünge und Tanzsequenzen übt, werden als Paar bei Meisterschaften ausschließlich Stunts gezeigt“, erklären Ewert und Rawlins abschließend. Die nur einminütige Routine weise zwar weniger Vielfältigkeit auf, sei aufgrund der Aneinanderreihung von Stunts jedoch deutlich intensiver.
Ein Problem haben die beiden Wiesbadener Cheerleader allerdings noch: Die Uniformen, die sie für sich gestaltet haben, könnten eventuell nicht bis zur Landesmeisterschaft fertig sein… Dann wäre eine Qualifikation für die deutsche Meisterschaft umso erfreulicher, um die Uniformen dann erstmals tragen zu können.

Die Auftritte im Überblick:
12.40 Uhr, Peewee Cheer: „Pharies“ (Startnummer 2)
13.05 Uhr, Junior Cheer All Female: „Phancies“ (Startnummer 7)
13.35 Uhr, Senior Cheer All Female: „Phantastics“ (Startnummer 13)
14.30 Uhr, Senior Partner Stunt Mixed: „Phantastics Maren und Sean“ (Startnummer 20)

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