Fighting Farmers verlieren Spitzenspiel gegen Wiesbaden denkbar knapp
Bericht: Tom Neumann
Foto: Lena Brüngel (@_elembee)
Das Duell hielt, was es versprach: Vor 950 Zuschauern lieferten sich die Fighting Farmers Montabaur und die Wiesbaden Phantoms als letzte ungeschlagene Teams der GFL2 Süd ein hochklassiges Spitzenspiel. Nach vier umkämpften Vierteln mussten sich die Westerwälder jedoch denkbar knapp mit 16:17 (0:0, 14:7, 2:3, 0:7) geschlagen geben.
Die Begegnung war von Beginn an geprägt von zwei starken Defensivreihen. Wiesbaden arbeitete sich im ersten Quarter bis an die 9-Yard-Linie der Farmers vor. Dort setzte die Farmers-Defense jedoch das erste Ausrufezeichen: Damon Burton fing einen Pass von Wiesbadens Quarterback Lennard Turturica ab und verhinderte die frühen Punkte der Gäste.
Auch in der Folge dominierten die Verteidigungsreihen das Geschehen. Erst im zweiten Viertel nahm das Spiel offensiv Fahrt auf. Nachdem Wiesbaden an der Farmers-34 einen vierten Versuch nicht erfolgreich abschließen konnte, erhielt Montabaur in einem vierten Versuch, in dem sie den Bull punkten mussten, durch eine Strafe wegen „Roughing the Kicker“ zusätzliche Chancen.
Die Gastgeber nutzten die Gelegenheit mit einem sehenswerten Trickspielzug. Jamel Hedhli bediente Spencer Corona per Pass für Raumgewinn, wenig später fand Corona als Quarterback Receiver Alexander Hempel über acht Yards in der Endzone. Hedhli verwandelte den Extrapunkt zur 7:0-Führung.
Kurz darauf schlug die Farmers-Defense erneut zu. Nach einem Fumble der Phantoms an der Mittellinie reagierte Damon Burton am schnellsten, nahm den freien Ball auf und trug ihn über 50 Yards zum Touchdown in die Endzone. Es war der erste Touchdown seiner Karriere. Mit dem erfolgreichen Extrapunkt erhöhte Montabaur auf 14:0 (Hedhli).
Doch Wiesbaden zeigte, warum die Mannschaft ebenfalls ungeschlagen nach Montabaur gereist war. Noch vor der Halbzeit fand Quarterback Lennard Turturica seinen Receiver Justin Schmitt mit einem 37-Yard-Touchdown-Pass. Leon Amberg verwandelte den Extrapunkt zum 14:7-Halbzeitstand.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv und umkämpft. Die Gäste starteten stark in die zweite Halbzeit und konnten trotz eines Quarterback-Sacks mit anschließendem Fumble, den sie selbst sicherten, weiter Druck aufbauen. Leon Amberg verkürzte mit einem 46-Yard-Fieldgoal auf 14:10. Für die nächsten Punkte sorgte erneut die Farmers-Defense. Bei einem vierten Versuch tief in der eigenen Hälfte geriet den Wiesbadenern der Snap deutlich zu hoch. Der Ball sprang durch die
Endzone, was einen Safety und zwei weitere Punkte für Montabaur bedeutete. Die Farmers lagen damit 16:10 in Führung.
Doch die Gäste blieben geduldig und fanden im Schlussviertel schließlich die entscheidende Antwort. Running Back Dwayne Milton erzielte mit einem 10-Yard-Lauf den Touchdown zum Ausgleich. Der sichere Extrapunkt von Leon Amberg brachte Wiesbaden erstmals an diesem Nachmittag in Führung – 17:16. In den verbleibenden Minuten kämpften die Farmers um die passende Antwort, konnten die starke Wiesbadener Defense jedoch nicht mehr entscheidend überwinden. So blieb es beim denkbar knappen Auswärtssieg der Phantoms.
Entsprechend gemischt waren die Gefühle nach dem Schlusspfiff. Farmers-Sportdirekor Kevin Brüngel erkannte die Leistung des Gegners an, haderte aber mit den liegen gelassenen Chancen seiner Mannschaft: „Wiesbaden hat uns mit den Fehlern, die sie gemacht haben, eingeladen, das Spiel zu gewinnen. Am Ende haben wir leider denkbar knapp mit einem Punkt verloren. Wiesbaden hat verdient gewonnen. Ich freue mich darauf, dass wir uns am Ende der Saison noch einmal sehen.“
Auch Headcoach Michael Treber überwog trotz der Niederlage der Stolz auf die eigene Mannschaft: „Was bleibt, ist Respekt vor der Leistung der eigenen Mannschaft und natürlich der Ärger, dass es nicht gereicht hat. Die Mannschaft hat gut gearbeitet. Sie reagiert super auf die ganzen Verletzungen, die wir haben. Da muss man jede Woche improvisieren. Das war ein super Spiel unserer Defense und toll für die Zuschauer. Ich muss offensiv die richtigen Antworten finden, damit wir mehr Punkte machen.“ Trotz der ersten Niederlage der Saison haben die Fighting Farmers eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie zu den Topteams der GFL2 Süd gehören.



