Markus Kuhn wird Präsident der europäischen Footballliga EFA
Bericht: EFA
Foto: EFA
Markus Kuhn wird Präsident der European Football Alliance (EFA). Der ehemalige NFL-Profi und Sportmanager übernimmt die Position zum mit sofortiger Wirkung, sein Vertrag läuft über mindestens drei Jahre. Kuhn berichtet direkt an das Board of Governors der Liga. Das gab die Liga kurz vor ihrem Finalspiel im Rahmen des Championship Weekends bekannt, mit dem die EFA ihre erste Saison erfolgreich beendet.
„Eine echte Profiliga made in Europe hat es im American Football bisher nicht gegeben. Genau das ist unser Anspruch“, sagt Markus Kuhn. „Die EFA bietet dafür die besten Voraussetzungen. Auch wenn wir anerkennen müssen, dass wir noch nicht dort sind, wo eine Profiliga sein muss – weder auf dem Feld noch in den Strukturen dahinter. Das macht die Aufgabe so spannend. Ich freue mich darauf, diese mit einem starken Team und gemeinsam mit der europäischen Football-Community aufzubauen.“
Bottom-up statt top-down
Kuhn hat sich bewusst für die EFA und deren Ligamodell entschieden. Die Franchises sind Anteilseigner der Liga, halten Stimmrechte und treffen alle strategischen Entscheidungen gemeinsam im Board of Governors – ein Aufbau nach dem Vorbild der NFL, in dem die Teams die Liga tragen und nicht umgekehrt. Frühere europäische Ligaprojekte waren zentralistisch angelegt und damit nicht nachhaltig erfolgreich.
„Wir haben diese Liga gegründet, weil wir überzeugt sind, dass sie den Clubs gehören muss“, sagt Jörg Zirener, Miteigentümer von Frankfurt Galaxy. „Mit Markus Kuhn bekommt dieses Modell jemanden an die Spitze, der beide Seiten kennt: den Sport auf höchstem Niveau und das Geschäft dahinter. Er hat es nicht nur aus eigener Kraft über das College bis in die NFL geschafft, sondern jahrelang auf der Sport-Business-Seite großer NFL-Teams gearbeitet. Genau diese Verbindung hat dem europäischen Football bislang gefehlt. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!“
Sportliches Niveau, professionelle Strukturen, echte Fanbindung
Kuhn will beide Seiten der Liga entwickeln: das Produkt auf dem Feld und die Geschäftsseite. Auf sportlicher Ebene geht es um ein deutlich höheres Spielniveau durch in den USA ausgebildete Spieler und die besten europäischen Talente. Auf Organisationsebene um eine Professionalisierung der Strukturen, insbesondere mit Blick auf Sport, Vermarktung und das Zuschauererlebnis.
„Unser Anspruch muss es sein, dass unsere besten Spieler mittelfristig die Chance haben, NFL-Verträge zu bekommen“, so Kuhn. „Dafür müssen wir den Sport in Europa insgesamt entwickeln, gemeinsam mit NFL, IFAF und den nationalen Verbänden. Und wir müssen die Fans dabei mitnehmen. Sie sollen nicht nur zuschauen, sondern die Liga mitgestalten – hier werden wir komplett neue Wege gehen.“
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der lokalen Verankerung der Clubs in ihren Märkten. Die EFA spielt derzeit in Deutschland, Österreich, Frankreich, Tschechien und Dänemark, 2027 kommen London und möglicherweise weitere Standorte hinzu. Eine aus Europa heraus geführte Liga mit lokal verwurzelten Clubs sei die Voraussetzung dafür, dass sich Football in Europa nachhaltig entwickeln kann, so Kuhn.
„Die Verpflichtung von Markus ist ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung der Liga. Seine Erfahrung und sein Netzwerk wird der EFA einen weiteren Schub geben. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit für den Football in Europa,“ erklärt Eric Reutemann, der als CEO von Frankfurt Galaxy die Liga in der ersten Saison verantwortet hat und den Spielbetrieb innerhalb weniger Monate erfolgreich aufgebaut hat.
Über Markus Kuhn
Markus Kuhn, geboren 1986 in Mannheim, begann seine Karriere bei den Weinheim Longhorns in der German Football League. 2007 ging er in die USA und spielte fünf Jahre College Football für die North Carolina State University, wo er zugleich seinen Abschluss in Betriebswirtschaft machte. 2012 wurde er von den New York Giants gedraftet. 2014 erzielte er als erster in Deutschland geborener Spieler einen Touchdown in der NFL. Nach vier Spielzeiten bei den New York Giants stand er bei den New England Patriots unter Vertrag.
Nach rund zehn Jahren als Spieler in den USA hat Kuhn in den vergangenen zehn Jahren ebenso lange im Sportbusiness gearbeitet und eigene Unternehmen aufgebaut: mit einem Master in Sportmanagement an der Columbia University in New York, in Positionen bei der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA sowie auf der Sport-Business-Seite der New York Giants und der New England Patriots. Seit 2017 ist er zudem NFL-Experte im deutschen Fernsehen.
Über die European Football Alliance (EFA)
Die European Football Alliance ist eine von ihren Clubs getragene Profiliga für American Football in Europa. Die Franchises sind Anteilseigner der Liga und entscheiden gemeinsam über Budget, Lizenzierung und Expansion. In der Saison 2026 spielen sechs Teams aus fünf Ländern in der EFA: Frankfurt Galaxy, Munich Ravens, Nordic Storm (Kopenhagen), Paris Musketeers, Prague Lions und Raiders Tirol. 2027 kommen London und möglicherweise weitere Standorte hinzu. Alle Spiele wurden in der ersten Saison live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal der Liga übertragen; in Nordamerika überträgt FuboTV mindestens 18 Partien pro Saison.


