Published On: 31. Mai 2026

Derby-Fluch gebrochen: Invaders feiern historischen Sieg in Braunschweig

Redaktion
Bericht: Johannes Krupp
Foto: Finn Schlüter

Braunschweig/Hildesheim – Es ist ein Sieg für die Geschichtsbücher. Vor 2.443 Zuschauern im Braunschweiger Eintracht-Stadion gewannen die Hildesheim Invaders das Niedersachsen-Derby „The Clash“ gegen die Braunschweig Lions mit 31:27. Nach Viertelständen von 7:7, 7:0, 3:7 und 14:13 sicherten sich die Invaders ihren vierten Sieg im vierten Saisonspiel der effect® Energy GFL und beendeten ögleichzeitig eine Derby-Serie, die 37 Jahre Bestand hatte. Zum ersten Mal seit 1989 gelang den Hildesheimern wieder ein Erfolg gegen den Lokalrivalen aus Braunschweig.

Schon vor dem Kickoff lag eine besondere Spannung über dem Stadion. Auf dem Feld entwickelte sich von Beginn an das erwartete Derby. Braunschweig zeigte früh, warum Tabellenstände in solchen Spielen oft bedeutungslos sind. Lions-Quarterback Ryon Thomas erwischte einen herausragenden Tag und setzte bereits im ersten Drive ein Ausrufezeichen. Mit einem 46-Yard-Lauf entkam er der Invaders-Defense und sorgte für die frühe Führung der Gastgeber.

Die Antwort der Invaders folgte jedoch prompt. Nelson Hughes fand Wide Receiver Philipp Dolezal mit einem 34-Yard-Pass in der Endzone. Paul Krause verwandelte den Extrapunkt zum 7:7-Ausgleich.

Auch danach blieb die Partie hart umkämpft. Die Lions hatten sich sichtbar auf den Favoriten eingestellt und machten den Hildesheimern das Leben schwer. Gleichzeitig produzierten die Invaders ungewohnt viele Fehler. Fallengelassene Bälle, Strafen und verpasste Chancen verhinderten eine frühere Vorentscheidung.

Der erste große Wendepunkt folgte kurz vor der Halbzeit. Linebacker Frank Häring schlug Ryon Thomas den Ball aus der Hand. Willem Vancompernolle reagierte blitzschnell und sicherte den Fumble für die Invaders. Die Offense nutzte das Geschenk konsequent. Nelson Hughes führte sein Team über das Feld und fand schließlich Lennart Stukenborg zum Touchdown. Mit der 14:7-Führung ging Hildesheim in die Kabine.

Nach der Pause schien Hildesheim zunächst die Kontrolle zu übernehmen. Die Offense marschierte erneut tief in die Red Zone, musste sich nach einem nicht vollendeten Passversuch auf Paul Terjung jedoch mit einem Field Goal von Paul Krause zum 17:7 begnügen.

Doch die Lions blieben gefährlich. Ein weiterer Field-Goal-Versuch der Invaders wurde geblockt und brachte neues Leben in die Braunschweiger Seitenlinie. Wieder war es Ryon Thomas, der die Gastgeber zurück ins Spiel brachte. Mit seinen Läufen stellte er die Invaders-Defense immer wieder vor Probleme und verkürzte auf 17:14.

Im Schlussviertel entwickelte sich schließlich ein echter Derby-Krimi. Nelson Hughes fand Noah Bomba für einen 15-Yard-Touchdown zum 24:14. Doch erneut antworteten die Lions und verkürzten auf 24:21. Das Momentum schien zu kippen.

In dieser Phase übernahm Matti Probst Verantwortung. Der Running Back setzte sich mit einem starken Lauf durch und erhöhte auf 31:21. Die Vorentscheidung? Noch lange nicht.

Denn direkt im anschließenden Kickoff Return sorgte Peter Anderson für den nächsten Schockmoment aus Hildesheimer Sicht. Über das gesamte Feld trug er den Ball zum Touchdown zurück. Nur der misslungene Extrapunkt verhinderte den vollständigen Anschluss und ließ die Invaders mit 31:27 vorne.

Die Schlussphase wurde zu einem Nervenspiel. Nachdem Nelson Hughes bei einem Passversuch in die Endzone eine seltene Interception durch Brandon Potts geworfen hatte, bekamen die Lions noch einmal die Chance auf den Sieg. Die Zuschauer im Eintracht-Stadion standen längst hinter ihrem Team und peitschten die Gastgeber nach vorne.

Doch als Braunschweig in den letzten Sekunden erneut Richtung Mittellinie marschierte, war es Kyle Kitchens, der die entscheidende Szene des Spiels setzte. Der Defensive Lineman stoppte Ryon Thomas im richtigen Moment. Mit dieser Bürde landeten die letzten beiden Pässe im Nichts und die Invaders konnten das Spiel für sich entscheiden.

Nach dem Abpfiff kannte der Jubel im Gästeblock keine Grenzen mehr. Spieler, Trainer und Fans feierten gemeinsam den ersten Derby-Erfolg seit der Deutschen Einheit. Immer wieder hallte der Ruf „Whose House? Our House!“ durch das Stadion.

„Zunächst einmal gebührt Braunschweig großer Respekt. Sie haben ein hervorragendes Spiel gemacht und uns über die gesamte Distanz alles abverlangt“, sagte Head Coach Marcus Herford. „Ryon Thomas war außergewöhnlich. Wir haben viele Dinge versucht, um ihn zu stoppen, aber er hat immer wieder Lösungen gefunden. Gleichzeitig haben wir heute nicht unseren besten Football gespielt. Zu viele Fehler, Strafen und verpasste Chancen haben uns das Leben schwer gemacht. Umso mehr spricht es für den Charakter dieser Mannschaft, dass sie in den entscheidenden Momenten einen Weg gefunden hat zu gewinnen. Besonders freut mich dieser Sieg für unsere Fans, die uns heute großartig unterstützt haben.“

Mit dem vierten Sieg im vierten Spiel bleiben die Invaders ungeschlagen an der Spitze der Nordgruppe. Bereits am kommenden Sonntag empfangen die Hildesheim Invaders die Kiel Baltic Hurricanes zum „Salute to Service Gameday“ auf dem Helios Homefield.

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